Wie find ich denn das? Wallraffs Schwarz auf Weiß
Ich bin mir sicher: Die Filme, die Günter Wallraff durch seine Form der
Autorentätigkeit entstehen ließ – undercover als Reporter bei der Bild, als
Türke im Stahlwerk oder als älterer Mitarbeiter im Callcenter – haben
sicherlich dazu beigetragen wachzurütteln und aufzudecken. Mal mehr, mal
weniger.
Was nun aber beim aktuellen Film Wallraffs “Schwarz auf Weiß” vor sich geht:
Da habe ich nicht das beste Gefühl. Da glaube ich, dass das Ergebnis schon
vorher feststehen sollte und dass solange gefilmt wurde und dass solange
Situationen ausgewählt wurden, bis dieses Ergebnis auch eintrat. Das ist
leider vorhersehbar und kommt auch platt daher mit einem seeeehr erhobenem
Zeigefinger – der inhaltlich sicherlich richtig ist. Um diesen Zeigefinger
erheben zu können, hätte man aber nicht undercover als Schwarzer verkleidet
in Deutschland unterwegs sein müssen. Hier wurde ein Mittel seiner selbst
wegen gewählt. Hierzu empfehle ich auch diesen Kommentar der SZ.
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