Wer früher stirbt, ist länger tot

Mai 19, 2007 · Posted in Filmkritik, Komödie, Spielfilme 

Gesehen und besprochen:

Ich weiß, der Film wurde mit Auszeichnungen überhäuft. Die beiden Drehbuchautoren erhielten den Deutschen Filmpreis für das beste drehbuch und wirkten bei der Verleihung unheimlich sympathisch. Aber muss mir der Film deshalb gefallen?

Also ich will ehrlich sein – bis auf ein paar wenige originelle Ideen fand ich "Wer früher stirbt, ist länger tot" ausgesprochen kommerziell, denkbar schwer zu verstehen und mit der zunehmenden Dauer des Films auch zunehmend langweilig.

Nein, nein, das ist jetzt kein (absoluter) Verriss. Richtig originell ist mit Sicherheit der Titel. Und wirklich hervorragend spielt der junge Hauptdarsteller Markus Krojer. Sehr sympathisch ist Jule Ronstedt als die junge Lehrerin. Fritz Karl spielt der Rolle entsprechend ausgesprochen wortkarg und wenn er mal etwas sagt, versteht man ihn nicht.

Überhaupt dieser bayrische Dialekt – wir saßen zu viert vor dem Fernsehgerät und ständig fragte einer von uns: "Was hat er gesagt?" Eine gewisse Ursprünglichkeit ist ja ganz lobenswert. Aber wenn man über weite Strecken kaum den Dialogen folgen kann, wird's doch recht anstrengend. Wie wär's beim nächsten Mal mit hochdeutschen Untertiteln?
Die Idee mit der drohenden Höllenstrafe ist so alt wie die katholische Kirche und passt daher irgendwie zu Bayern. Im Film wird das Bild für meinen Geschmack jedoch viel zu häufig herangezogen. Weniger ist bekanntlich mehr, besonders, wenn man sich bemüht, originell zu sein.

Ich werde diesen Film bestimmt noch lange im Gedächtnis behalten, allerdings immer mit dem Zusatz: "Warum, um Himmels Willen ist dieser Film so erfolgreich geworden?"
Mein ganz persönliches Fazit: "Wer früher stirbt, ist länger tot" ist ein Film für ältere Kinder und Jugendliche und absolute Bayernfans. Alle anderen sollten einfach mal ein paar Minuten hineinschauen. Entweder sie finden Geschmack an dem Film – oder eben nicht.

————————-
Regie: Marcus H. Rosenmüller -
Darsteller: Markus Krojer, Fritz Karl, Jule Ronstedt, Jürgen Tonkel, Saskia Vester, Franz Xaver Brückner, Johann Schuler, Sepp Schauer

Der Inhalt (Text: Mobienet)

Als der 11-jährige Sebastian zufällig erfährt, dass seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Sebastian, der ein für sein Alter beeindruckendes Sündenregister vorzuweisen hat, fühlt sich fortan auch schuldig am Tod seiner Mutter.

Da er, wie er meint, nach seinem Tode auf jeden Fall im Fegefeuer landen wird, setzt er alles daran, entweder unsterblich zu werden, oder sich von seinen Sünden reinzuwaschen. Sebastians Übereifer führt jedoch nicht zum gewünschten Erfolg: ein gesprengter Hase, ein unsittlicher Antrag an seine Lehrerin Veronika, eine beinahe zu Tode gebrachte Greisin aus der Nachbarschaft – das alles verbessert die Situation nicht gerade.

Erst der Radiomoderator Alfred bringt Sebastian auf die zündende Idee: unsterblich machen kann ihn die Musik! Und auch von seiner Mutter meint Sebastian ein Zeichen erhalten zu haben: um seine Sünden abzuarbeiten, muss er für seinen Vater eine neue Frau finden.

WER FRÜHER STIRBT IST LÄNGER TOT ist eine erfrischende, humorvolle Sommerkomödie mit Tiefgang und Herz. Regisseur Marcus H. Rosenmüller mischt in seinem fulminanten Debüt unterschiedliche Genres: Fiktion, Surrealismus und Realität. Die filmischen Elemente gehen nebeneinander einher und fügen sich zu einem wunderbaren Ganzen, gespickt mit Witz, Charme, einer großen Portion Frechheit und wahrem Sinn für die wichtigen kleinen Dinge des Lebens. Unterstützt von einem harmonischen Schauspiel-Ensemble ist eine lustvolle Komödie entstanden, die den Sommer rocken lässt.


Comments

Leave a Reply




  • Recent Posts

Impressum