Wandelbares Hollywood
abgelegt im Archiv Festivals/Preise , Film-Know-how am 24.02.07
Nur noch einmal schlafen bis zur Hollywood-Nacht der Nächte - der Oscarpreisverleihung.
Die Schweizer Kollegen Rita Neumeier und Palo alto vom St. Galler Tagblatt haben sich aus diesem Anlass Gedanken über die Wandelbarkeit des Hollywood-Kinos in Krisenzeiten gemacht.
Angesichts von Umsatzeinbrüchen und weglaufender Zuschauer habe es den globalen Markt entdeckt. "Man spricht Berber." Mit den diesjährigen Nominierungen für die Oscar-Preisverleihung gebe sich Hollywood multikultureller und vielsprachiger denn je.
Das Ausland trumpfe auf. Zitat Neumann/Alto: "In der Kategorie «Beste Hauptdarstellerin» stammt nur Hollywood-Ikone Meryl Streep aus den USA. Die übrigen Nominierten kommen aus England (Helen Mirren, Judi Dench und Kate Winslet) und Spanien (Penelope Cruz). Auch bei den fünf Regisseuren haben nur zwei einen amerikanischen Pass - Clint Eastwood und Martin Scorsese.
Vollends multikulturell und vielsprachig wird es bei den Filmen. Allein das Episodendrama «Babel», das sieben Nominierungen erhielt, spielt auf drei Kontinenten, in fünf Sprachen (Berber, Arabisch, Französisch, Spanisch und Japanisch) und erzählt eine verwirrende Anzahl von Geschichten. Und «Letters from Iwo Jima», das für vier Oscar-Trophäen vorgeschlagene Kriegsdrama von Clint Eastwood, ist vorwiegend in Japanisch gedreht."
Was in diesem Jahr besonders deutlich werde: Hollywood bemüht sich, möglichst viele US-Bevölkerungsgruppen bei den Nominierungen zu berücksichtigen und auch hier dem Gedanken der Globalisierung Rechnung zu tragen. So dürfen nicht nur weiße Angloamerikaner mit einer Auszeichnung rechnen, sondern auch fünf schwarze Schauspieler, zwei Latinas und eine Japanerin. "Und erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Academy Awards wurden gleich zwei African-American (Will Smith in «The Pursuit of Happyness» und Forest Whitacker in «The Last King of Scotland») als beste männliche Hauptdarsteller vorgeschlagen."
Amerikanische Studios wie Warner Brothers beteiligen sich offensiv an lokalen Produktionen in Ländern wie Frankreich, Deutschland oder Japan, wo das heimische Publikum zunehmend Filme in der eigenen Sprache bevorzugt.
Regisseur Iñárritu wird zitiert: «Die amerikanische Film-Community wird mehr und mehr zu einer globalen Film-Community.» Und diese benutze die Macht des Films, «um kulturelle und sprachliche Barrieren zu überwinden».
Es lohnt sich, den Beitrag der St. Galler Kollegen auch im Original und in voller Länge zu lesen. Hier ist der Link.
Aber nach dem Lesen bitte Wiederkommen ;-)!

Permalink: Wandelbares Hollywood
Tags: Globalisierung Hollywood Oscar
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Wong
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