Trennung mit Hindernissen

Januar 20, 2007 · Posted in Filmkritik, Komödie, Spielfilme 
Trennung mit Hindernissen

Gesehen und besprochen:

Man muss sich nicht jeden Film im Kino ansehen. Vor allem bei Komödien – die ich sehr schätze, wenn sie gut gemacht sind – warte ich gelegentlich auf den DVD-Verleih. Schon seit einigen Wochen steht die Filmkomödie Trennung mit Hindernissen ganz oben in den DVD-Ausleihcharts.

Nun habe auch ich ihn gesehen. Mit mir saßen vor dem Bildschirm mein Mann und mein 15jähriger Sohn – es herrschte die perfekte Freitagabend-Abschlaff-Stimmung. Und eins vorweg: Wir haben gelacht! Einige Charaktere waren wirklich skurril, einige Gags so weit neu, dass sie uns verblüffen konnten.

Eine gewisse Ratlosigkeit befiel uns erst gegen Mitte des Films. Worauf will der Film hinaus?, fragten wir uns. Wie lautet die Kernfrage des Films? Was ist die Moral? Falls es eine gibt.
Im Nachhinein kristallisiert sich für mich heraus: Eine Beziehung hat keine Chance, wenn nur ein Partner auf den anderen eingeht. Oder: Sturheit tötet Liebe.
Wir Drehbuchautoren müssen die Handlung eines Films auf solche Themensätze verkürzen. Sie dienen uns als roter Faden, um das eigentliche Drehbuch zu schreiben.

Was ging schief? Warum ist der Film zwar ganz nett, aber auch nicht mehr?

Liegt es daran, dass die Hauptcharaktere zu eindimensional gezeichnet sind? Er der Playstation spielende Macho und Sturkopf, sie die perfektionistische Karrierefrau und Hausfrau? Wir erfahren nichts von ihren Träumen und Gefühlen. Warum sind sie überhaupt zusammen? Was haben sie mal aneinander geliebt?

Eine romantische Komödie? Nein, nun wirklich nicht. Eine klassische romantische Komödie setzt immer auch ein Happy End voraus. Wenn hier am Ende Jennifer Aniston und Vince Vaughn in getrennten Richtungen auseinandergehen, dann ist das gut so. Als Single sind die beiden besser aufgehoben. Das Versprechen, sich bald mal wiederzusehen, bleibt letztlich halbherzig.

Vielleicht hätte die Story besser funktioniert, wenn die Handlung nicht nur an der Oberfläche gekratzt hätte. Auch eine gute Komödie verlangt nach Tiefe und Hintersinn und positiven wie negativen Gefühlen. Danach sucht man leider vergeblich im Film. Am Ende des Films wissen wir nichts über die beiden Charaktere – wir kennen nur die Typen, die sie darstellen sollen.

Allerdings frage ich mich, ob man für einen mehr in die Tiefe gehenden Stoff nicht auch andere Hauptdarsteller hätte wählen müssen. Weder Aniston noch Vaughn glänzen in Trennung mit Hindernissen durch darstellerische Vielfalt …

Der Inhalt:

Regie: Peyton Reed
Drehbuch: Jay Lavender, Jeremy Garelick
Schauspieler: Vince Vaughn (Gary Grobowski), Jennifer Aniston (Brooke Meyers), Joey Lauren adams (Addie), Cole Hauser (Lupus Grobowski), Jon Favreau (Johnny O), Jason Bateman (Riggleman), u.a.

Jennifer Aniston als Brooke und Vince Vaughn als Gary lernen sich bei einem Baseball-Spiel kennen. Zwei Jahre später leben sie in einer schönen Wohnung zusammen. Der Alltag ist eingekehrt. Aniston kümmert sich um die Sozialpflege des Paars inklusive der Spieleabende mit Freunden. Vaughn hängt vor dem Fernsehgerät mit Playstation-Spielen ab. Bei einem Streit zeigt Aniston ihrem Partner die rote Karte. Mit einem solchen Typ will sie nicht zusammenleben! Vaughn betrachtet dies als ausgesprochene Kündigung der Beziehung. Anstatt einzulenken, agiert er nach dem Motto "Jetzt erst recht." Der Streit eskaliert.

Trennung mit Hindernissen ist ein netter Film für alle, die einfach nur bequem abhängen wollen. Und Männer fühlen sich vielleicht durch die Aussicht auf eine komplett hüllenlose Jennifer Aniston im wahrsten Sinne des Wortes angezogen …


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