Papst nutzt Privatkino

Juni 10, 2008 · Posted in Sonstiges 
Papst nutzt Privatkino
© Sindre-Wimberger

Das eine ist sicher: die Harry Potter Filme werden in diesem Kino vermutlich niemals zu sehen sein. Denn schließlich ist der Zauberschüler nach Ansicht des Vatikans ein Werk des Teufels. Oder zumindest fast. Doch so ganz verzichtet Papst Benedikt XVI. nicht auf cineastische Freuden. In der Bild-Zeitung erfahren wir nun, dass der Papst einen eigenen Kinosaal betreibt. Dieser ist in der ehemaligen Krankenhauskapelle des Vatikans untergebracht und besticht durch eine große Auswahl an Klassikern.

Die päpstliche Filmsammlung besteht seit 1959 und umfasst nicht nur historische oder dokumentarische Filme über Päpste und Kirchenarbeit – ganz im Gegenteil: Werke des homosexuellen italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini sind vertreten, obwohl die katholische Kirche seine filmische Darstellung biblischer Gestalten heftig kritisierte.

Auch Filme wie "Die Hölle" aus dem Jahr 1911, in dem erstmalig Horror-Effekte verwendet wurden oder ein Dokumentarfilm über Papst Leo XIII. aus dem Jahr 1896 findet sich in der Sammlung. Doch leider scheint "Papa Razzi" keine rechte Lust auf Kino zu haben:

Bislang sei Papst Benedikt XVI. jedoch nur ein Mal zu einer Filmvorführung in den vatikanischen Kinosaal gekommen, erzählt Claudia Di Giovanni, die Verantwortliche der vatikanischen Filmsammlung.

Vielleicht ändert sich das ja irgendwann noch einmal.


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