KInostart: Irina Palm

Gesehen und besprochen:
Der Kinosaal war nicht so gut besetzt wie sonst beim Cinelady-Event. Unter dem Film "Irina Palm" konnten sich wohl nur die wenigsten Frauen etwas vorstellen. Und die Ankündigung einer "wichsenden Witwe" dürfte auf einige potentielle Besucherinnen zusätzlich abschreckend gewirkt haben.
Selber schuld, kann ich da nur sagen!
Irina Palm ist eine Tragikomödie in bester britischer Manier. Trotz aller Ernsthaftigkeit gibt es jede Menge zu lachen. Und in keiner einzigen Minute wirkt der Film anstössig oder gar peinlich. Peinlich wirken da eher die "ehrbaren" Bürgerinnen und Bürger, die sich im Fortlauf der Geschichte im Film über Maggies neue Tätigkeit im Sexshop mokieren.
"In diesem Milieu braucht man einen Künstlernamen." Und so wird aus der schüchternen Maggie bald "Irina Palm", die Frau mit der besten Rechten von ganz London. Keiner ihrer Kunden ahnt, dass hinter der trennenden Wand eine Frau in Kittelschürze und mit Thermosflasche auf dem Tisch sitzt.
"Irina Palm" ist die zu Herzen gehende Geschichte einer Mittfünfzigerin, die aus Liebe zu ihrem sterbenskranken Enkel über ihren eigenen Schatten springt. Sie gelangt zu einem neuen Selbstbewusstein – und findet ganz nebenbei ihr Glück. Die legendäre Marianne Faithfull läuft in ihrer Rolle als Maggie zur schauspielerischen Höchstform auf.
"Irina Palm" ist eine Geschichte von ganz normalen Menschen in einem ganz normalen britischen Vorstadtmilieu. Wer sich auf den Film einlässt, wird ihn lieben. Auf der Berlinale 07 hat er Kritiker und Publikum gleichermaßen für sich eingenommen.
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Regie: Sam Garbarski
Darsteller: Marianne Faithfull, Miki Manojlovic, Kevin Bishop, Siobhán Hewlett, Dorka Gryllus, Jenny Agutter, Corey Burke
Filmstart: 14.6.2007
Der Inhalt (Text: X-Verleih)
"Hostess gesucht", verkündet das Schild am Eingang einer Rotlicht-Bar in Soho. Die naive Maggie (Marianne Faithfull) hat keinen Schimmer, was sich hinter diesem Jobangebot verbirgt – aber sie braucht dringend Geld für die medizinische Behandlung ihres Enkels, und so bewirbt sie sich kurzentschlossen bei dem verblüfften Besitzer des Etablissements (Miki Manojlovic).
Überraschenderweise erweist sich ihre rechte Hand als höchst begabt: Schon bald genießt Maggie unter dem Künstlernamen "Irina Palm" in einschlägigen Kreisen einen legendären Ruf. Zu Hause, in ihrem Londoner Vorort, überrascht die flotte Witwe die Freundinnen aus der Nachbarschaft mit ihrer neuen Karriere. Und schließlich bietet das Leben ihr sogar noch die Aussicht auf eine neue Liebe – an einem Ort, wo man sie am allerwenigsten vermutet …
Die Rolle der Maggie ist eine Traumrolle für Marianne Faithfull: In IRINA PALM verkörpert die britische Pop-Ikone eine mutige Frau in den besten Jahren, die sich nicht unterkriegen lässt und sich ihren Platz in der Welt erkämpft.
Regisseur Sam Garbarski, in Deutschland geboren und aufgewachsen, war bereits mit seinem Arthaus-Hit DER TANGO DER RASHEVSKIS bei Presse und Publikum gleichermaßen erfolgreich. In seinem zweiten Spielfilm IRINA PALM, der im Wettbewerb der Berlinale 2007 uraufgeführt wurde, begeistert Garbarski mit einer unnachahmlich britischen Mischung aus herzergreifender Tragik und erfrischender Komik.
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