Gesehen und besprochen: American Gangster
abgelegt im Archiv Filmkritik am 17.11.07
Gesehen und besprochen: Letztens las ich in einer Kritik über "American Gangster", dass der Böse der wahre Held sei und am Ende der Story nicht bestraft werden würde. Nonsense. Jedenfalls zum Teil.
Denzel Washington ist in der Tat als Mafia-Boss sehr elegant, sehr charismatisch. Er legt Wert auf seine Familie und ein geordnetes Familienleben, schreckt aber nicht davor zurück, seine Gegner persönlich zu töten bzw. töten zu lassen. Gleich in der ersten Szene gibt er den Befehl, einen gefangenen und gefesselten Mann bei lebendigem Leib anzuzünden. Er tötet ihn danach selbst mit drei Schüssen.
Wem nach dieser Szene nicht klar ist, dass Frank Lucas, so der Filmname, ein hochgefährlicher und eiskalter Killer ist, dem würde wahrscheinlich bei jedem Auftritt von Lucas nur noch ein Untertitel auf die Sprünge helfen: "Vorsicht, gefährlicher Killer."
Russell Crowe spielt in diesem Film den Guten. Zu einer Zeit, da drei Viertel aller in der Drogenfahndung tätigen Polizisten korrupt sind, ist er der Einzige, der gefundenes Geld tatsächlich auch vollständig auf der Wache abliefert. Dafür zieht er sich den Zorn seiner Kollegen zu und gilt fortan als Verräter. Auch diese Szene ist eine klassische Vorstellungsszene eines handelnden Charakters.
Im Verlauf des Films bleibt die Handlung bei den beiden Hauptfiguren. Auf der einen Seite der elegante Mafia-Boss, der eiskalt seinen Drogenring aufzieht. Auf der anderen Seite der plump-biedere Polizist, der sich auf seine Fährte setzt.
Das Interessante und gleichzeitig Ungewöhnliche daran: Die Hauptfiguren begegnen sich erstmalig erst in den allerletzten Szenen des Films.
Mit 157 Minuten hat der Film Überlänge. Die Vorstellung, die ich besucht habe, wurde sogar für eine Pause unterbrochen. Trotzdem blieb die enorme Spannung, die sich von der ersten Szene an aufbaute, erhalten. Dies ist selbstverständlich den überragenden Hauptdarstellern zu verdanken. Washington und Crowe stehen sich schauspielerisch in nichts nach. Jeder zeigt auf seine Weise Brillanz.
Die einzelnen Szenen sind dicht, die Schnitte intelligent gesetzt. Nach der Verhaftung des Mafia-Bosses gab es bei mir einen kurzen Moment der Irritation. Unterschiedliche Zeitebenen werden ohne Vorwarnung miteinander vermischt und erst im Nachhinein aufgeklärt. Doch auch dieser Kunstkniff trägt letztlich zur Spannungssteigerung bei.
"american gangster" beruht auf wahren Ereignissen. Die Umsetzung als Thriller ist absolut gelungen. Hochspannung ist garantiert.
Im Kinosaal konnte ich Zuschauer und Zuschauerinnen im Alter von 16-60 + ausmachen. Singles und Pärchen gleichermaßen.
Mein Tipp: Unbedingt ansehen!
PS: Der Mafia-Boss wird selbstverständlich am Ende bestraft. Wie es sich in einem Hollywoodfilm gehört...

Permalink: Gesehen und besprochen: American Gangster
Tags: American+GangsterFilmkritik
Trackback: http://www.creative-weblogging.com/publish/mt-tb.pl/102494
Wong
Stimmen Sie ab für Gesehen und besprochen: American Gangster:
|
Dieser Eintrag wurde mit: 10.00 Punkten (von 2 Stimme(n) insg.) bewertet.
|
| RSS | Alle Abonnements sehen |
|
Was ist RSS? | |
| Yahoo! |
|
| MEIN MSN |
|
| Bloglines |
|
| Followen Sie uns bei Twitter! |







