Filmkritik: Harry Potter und der Orden des Phoenix

Juli 15, 2007 · Posted in Filmkritik 
Filmkritik: Harry Potter und der Orden des Phoenix

Gesehen und besprochen:

"Mensch, ist der Junge groß geworden", war mein erster Gedanke, als ich gestern Nachmittag im Kino saß, um mir nun endlich den 5. Teil der Saga anzusehen. Meine 17-jährige Tochter stellte fest, dass Harry für einen angeblich 15jährigen Jungen reichlich viele Muskelpakete besitzt. "Und das Kinn ist auch ganz eckig geworden."

Alles Beobachtungen, die einmal mehr bestätigen: Nicht nur die Helden in den Romanen von J.K. Rowling werden zunehmend erwachsener, sondern auch die Darsteller auf der Leinwand.

Was für ein Glück, dass von Beginn an alle jugendlichen Hauptdarsteller gleich geblieben und nicht umbesetzt werden mussten. Dies trägt sicherlich viel zur Faszination der Harry-Potter-Filme bei. So muss man sich als Erwachsener wenigstens nicht genieren, auch ohne Kinderanhang in die Vorstellung zu gehen. Und ich sage euch: Gestern in der 15.00 Uhr-Vorstellung saßen fast mehr Erwachsene und Jugendliche als Kinder!

Ein großes Kompliment vorweg an den Film: Den 5. Romanband habe ich nach ca. 400 Seiten beiseite gelegt und seitdem nicht mehr zur Hand genommen. Dieser Teil der Reihe ist für meinen Geschmack viel zu umständlich und langatmig erzählt. Zu viele Nebenhandlungen, die nicht zur eigentlichen Handlung beitragen. Nach 400 Leseseiten ist man im Roman gerade mal an der Stelle, an der Harry von der unsäglichen Dolores Umbrigde mit der Schreibfeder gefoltert wird. Im Film hingegen wird diese Stelle bereits nach wenigen Minuten abgehandelt, um dann zur eigentlichen Handlung überzugehen – der zunehmenden Machtübernahme durch Lord Voldemort.

"Harry Potter und der orden des Phoenix" ist ein düsterer Film in Farben und Stimmung. Farblich überwiegen dunkle grau-blau Töne. Die "bunteste Farbe", die im Film vorkommt, dürfte die Lieblingsfarbe Pink von Dolores Umbrigde sein. Ihre Kleidung ist pink, die Wände ihres Zimmers sind pink, ihre Schuhe sind pink. Doch hinter der scheinbar zuckersüßen Person verbirgt sich "ein richtig fieser Charakter", wie man bei uns im Rheinland sagen würde.

Fast alle bisherigen Kritiker betonen, dass Teil 5 die pubertären Nöte der Hauptdarsteller widerspiegelt und dies ist sicherlich zutreffend. Auch Harry schwankt zwischen der Sehnsucht nach Liebe und Zugehörigkeit und dem Streben nach selbstbestimmten Handeln und Eigenverantwortung.

Einige liebgewonnene Charaktere fungieren in Teil 5 nur noch als Stichwortgeber: Ron, Hagrid und die wunderbare Emma Thompson sind zwar anwesend, tragen aber nicht wirklich zur Handlung bei.

Einige Handlungsfäden enden im Nirgendwo. Wird Hagrid am Ende wirklich aus dem Schuldienst entlassen? Was treiben die Zentauren am Ende mit der unsäglichen Umbrigde im Wald und wie findet sie zurück in die Schule?

Meine persönliche Entdeckung dieses Films ist der Charakter der Luna Lovegood, wunderbar hell, rein und weise gespielt von Evanna Lynch. Wie ein heller Stern begleitet sie Harry durch die Dunkelheit.

Mein persönliches Fazit:
Das Drehbuch zu "Harry Potter und der Orden des Phoenix" setzt viel Hintergrundwissen aus den Vorgängerfilmen und vor allem auch den Romanen der Autorin J.K. Rowling voraus. Wer über dieses Wissen nicht verfügt, wird es schwer haben, dem Handlungstrang zu folgen.

Ansonsten bietet der Film all das, was andere Kritiker bereits positiv angemerkt haben: düstere Stimmung, visuell hervorragend umgesetzte Tricks, einen dramatischen Kampf auf Leben und Tod zwischen Gut und Böse gegen Ende des Films.

Für Fans zwischen 12 (offizielle Freigabe) und 99 plus ein absolutes Muss!


Comments

One Response to “Filmkritik: Harry Potter und der Orden des Phoenix”

  1. Matti von Mattis World of Warcraft Blog on Juli 19th, 2007 14:51

    Der Film ist echt Super. Kann ich jedem nur empfehlen. Auch den nicht Harry Potter Fans :)

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