Filmkritik: Adams Äpfel

August 26, 2007 · Posted in DVD, Filmkritik, Komödie, Spielfilme 

Gesehen und besprochen:
Es gibt Filme, die werden in jedem Kino präsentiert. Und es gibt andere Filme, für die muss man weite Wege zurücklegen, um ein ambitioniertes Kino zu finden, in dem sie gezeigt werden. Dank moderner Technik in Form von DVDs gibt es zum Glück auch noch die dritte Möglichkeit. Man holt sich die letzteren Filme ins Heimkino.

Adams Äpfel ist ein solcher Film – eine dänische Komödie der schwarzhumorigen Art. Mads Mikkelsen spielte im letzten James Bond als "Le Chiffre" den Gegenspieler von Daniel Craig. In Adams Äpfel beweist er als Landpfarrer Ivan seine große Wandlungfähigkeit. Zunächst scheint er derjenige zu sein, der sich um seine verirrten Schäfchen, alles ehemalige Straffällige, kümmert. Er hat es sich in den Kopf gesetzt, sie auf den Weg der Tugend zurückzuführen. Aber nach und nach erweist sich Ivan als derjenige, der dringend Hilfe braucht.

In Adams Äpfel wimmelt es von schrägen Typen. Jede Figur läuft irgendwie total neben der Spur. Das große Thema des Films ist der ewige Kampf zwischen Gut und Böse. "Hier steht, du bist ein böser Mensch", sagt anfangs Ivan zu Adam. "Vergessen wir das."

In der Tat wird es im Laufe des Film zunehmend schwieriger zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. In jeder Figur schlummern beide Seiten und kommen irgendwann zum Ausdruck. Der Gute stellt sich als verrückt heraus, die Bösen tun sehr wohl auch mal was Gutes.

Was wird am Ende triumphieren? Das Gute oder das Böse? Selbstverständlich verrate ich das Ende des Films nicht – aber vielleicht dauert der Kampf ja auch immer noch an?

Adams Äpfel ist eine schwarzhumorige Komödie mit Tiefgang und grandiosen Schauspielern. Der Film ist ab 16 Jahren freigegeben, also kein Film für die ganze Familie.

Dennoch sehr lohnenswert!

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Regie: anders thomas jensen
Darsteller: Ulrich Thomsen, Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Paprika Steen, Nicolas Bro, Ali Kazim, Gyrd Løfqvist, Lars Ranthe, Ole Thestrup

Der Inhalt (Text: Delphi):

ADAMS ÄPFEL – so nennt Ivan, Landpfarrer irgendwo im dänischen Nirgendwo, die Äpfel am kirchlichen Apfelbaum, seit Adam sich die Aufgabe gestellt hat, aus ihnen einen Apfelkuchen zu backen. Adam ist der Neuzugang in Ivans Oase der Nächstenliebe, in der er Straffällige zu resozialisieren versucht. Ivans derzeitige Schäfchen sind neben dem gewalttätigen Neo-Nazi Adam der Trinker und Vergewaltiger Gunnar und der arabische Tankstellenräuber Khalid.

Auf den ersten Blick ein überzeugter Gutmensch, begegnet Pfarrer Ivan allem und jedem mit unerschütterlichem Verständnis, auch dem rüden Verhalten seiner Schützlinge. Doch bald entpuppt sich seine Barmherzigkeit als Besessenheit, die keine Widerrede duldet. Während Gunnar und Khalid Auseinandersetzungen mit Ivan aus dem Weg gehen, stellt sich Adam der manischen Güte. Er beschließt, den Kampf aufzunehmen und Ivans positiver Sicht der Dinge einen Schuss böse Realität zu verpassen. An der sich zuspitzenden Auseinandersetzung zwischen den beiden scheint sich jedoch eine dritte Macht zu beteiligen, die beide einer Prüfung unterziehen will.

Mit seinem ganz besonderen Sinn für skurrile Situationen und Charaktere verstrickt Regisseur Anders Thomas Jensen seine Protagonisten in einen genauso absurden wie komischen Kampf zwischen gut und böse. Dabei zeigt er auf charmant-sympathische Weise, dass es alles andere als leicht ist, sich in diesem Konflikt für die richtige Seite zu entscheiden – auch wenn höhere Instanzen ihre Finger im Spiel haben.


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