Ein gutes Jahr

Gesehen und besprochen:
Der offizielle DVD-Start von "Ein gutes Jahr" ist für den 23. April 2007 angekündigt. Mein bevorzugter Videoverleih hatte den Film bereits in der vergangenen Woche vorrätig. Den Trailer von "Ein gutes Jahr" hatte ich bereits im vergangenen Jahr im Kino gesehen. Die warmen Farben Südfrankreichs sprachen mich sofort an. Ebenso ein Russell Crowe, der mal nicht als Gladiator, Kapitän oder als Boxer zu sehen ist, sondern in einer romantischen Komödie. entsprechend erwartungsvoll setzte ich mich vor das Fernsehgerät.
Nun ja, ich habe eine volle Woche gebraucht, um den Film endlich hier im Kinoplausch zu besprechen. Wenn ich ehrlich bin – mir viel einfach nichts zu ihm ein.
Ja, der Film zeigt ein wundervoll warmherziges Südfrankreich. In ansprechenden Farben und mit viel Gefühl für Stimmungen. Ja, Russell Crowe überzeugt mich in seiner Verwandlung vom Börsenhai zum Weinbauern. Und Ja, es gibt etliche Stellen zum Lachen und Schmunzeln. Wusstet ihr, dass Lavendel Skorpione vertreibt? Als Running Gag zieht sich diese Weisheit durch den Film. Eine schöne Idee.
Aber: Der Film plätschert vor sich hin. Es fehlt an wirklich dramatischer Handlung, die im übrigen ganz auf den männlichen Hauptdarsteller fixiert sind. Alle anderen Figuren kommen daneben leider zu kurz. Plötzlich steht die uneheliche Tochter des Onkels vor der Tür, ohne dass wir etwas über diese Person erfahren. Die merkwürdigen Haushälter/Winzer – auch sie scheinen keine andere Vergangenheit als nur ihre Berufe zu haben. Selbst die große Liebe des Helden erweist sich als absolut blass und konturlos. Die Vergangenheit wird behauptet, aber nicht gezeigt.
Der Film "Ein gutes Jahr" basiert auf dem Roman von Peter Mayle "Mein Jahr in der Provence". Irgendwo habe ich gelesen, dass der Regisseur des Films eng mit Peter Mayle befreundet ist. Ob er dem Freund versprechen musste, sich beim Film eng an der Romanvorlage zu orientieren? Autoren sind manchmal so eigensinnig.
Es hätte dem Drehbuch gut getan, sich stärker an der klassischen 3-Akt-Dramaturgie zu orientieren. Es mangelt an Wendepunkten, an facettenreichen Nebenfiguren und Nebenhandlungen und einem packenden Finale.
So bleibt "Ein gutes Jahr" leider nur ein Film, der nett anzusehen ist und vor sich hinplätschert. Für mich kein Film, der sich in die Seele brennt.
Und hier die Filminformationen:
Regie: Ridley Scott -
Drehbuch: Marc Klein
Darsteller: Russell Crowe, albert Finney, Marion Cotillard, Abbie Cornish, Tom Hollander, Freddie Highmore -
Der Inhalt
Der Londoner Investment-Banker Max Skinner (Russell Crowe) reist in die Provence, um ein kleines Weingut zu verkaufen, das er von seinem Onkel geerbt hat. Max lässt sich zunächst nur widerstrebend auf die provenzalische Lebensart ein und reagiert auf die schrulligen Eigenarten der Einheimischen mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus.
Doch nachdem er die Caféhausbesitzerin Fanny (Marion Cotillard) kennen lernt, genießt er nicht nur die Leichtigkeit des Lebens – er lernt auch die wahre Liebe kennen …
(Marion Cotillard feiert derzeit große Kinoerfolge als Edith Piaf)
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