Die Angst des Florian Henckel von Donnersmarck

Februar 24, 2007 · Posted in Festivals/Preise, Filmschaffende 
Die Angst des Florian Henckel von Donnersmarck

Eigentlich hätte dieser Beitrag ein Foto des Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck verdient. Doch wegen copyright-Problemen greife ich lieber auf das US-Plakat seines Erfolgsfilms "Das Leben der Anderen" zurück. Der Film hat gute Aussichten, bei der diesjährigen Preisverleihung mit dem Oscar ausgezeichnet zu werden. Alles andere würde dem jungen Regisseur auch schlaflose Nächte bereiten, denn: Donnersmarck ist ein Perfektionist mit Elefantengedächtnis.

Wie ddp auf pr-inside.de berichtet, würde der Regisseur einen möglichen Fauxpas bei der Oscar-Verleihung bis an sein Lebensende nicht vergessen. «Ich bin ein Perfektionist. Im Film, aber leider auch im Leben», soll der 33-Jährige der «Welt» (Freitagausgabe) gesagt haben. «Ich erinnere mich zum Beispiel an jede Situation, in der ich mich
je falsch verhalten habe»,
fügte der Filmemacher hinzu.

Sein Stasidrama «Das Leben der Anderen» tritt in der Nacht zu Montag in der Kategorie «Bester fremdsprachiger Film» an. Nach allgemeiner Meinung besitzt der Film gute Aussichten, den Preis zu gewinnen. Allerdings besitzt er in "Pans Labyrinth" einen ausgesprochen starken Konkurrenten – und die Jury war schon immer für eine Überraschung gut.

Angeblich bedeutet für Henckel von Donnersmarck die Kinoarbeit auch eine Chance, an Perfektion heranzukommen. «Mir leuchtet ein Stanley Kubrick sehr viel mehr ein als ein Michael Winterbottom», wird er zitiert.

Diese Einstellung soll dem Regisseur schon einige Probleme bereitet haben. «Beim ´Anderen´-Dreh herrschte sogar oft eine Art Meuterstimmung», erinnerte er sich an Warnungen «loyaler» Mitarbeiter. Viele Teammitglieder hätten den Eindruck gehabt, er könne keine Prioritäten setzen, weil er auf bestimmte Einstellungen soviel Zeit verwendet habe. «Ich wusste aber: Für meine Art der Perfektion ist dieses Detail unglaublich wichtig.»

Tja, dann haben wir ja jetzt noch einen Grund mehr, dem deutschen Beitrag im Wettbewerb die Daumen zu drücken. Oder möchte etwa einer von uns daran schuld sein, wenn von Donnersmarck im Falle des Scheiterns bis an sein Lebensende von Albträumen geplagt wird? Also ich nicht ;-) !


Comments

Leave a Reply




  • Recent Posts

Impressum