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Fantasy
, Filmkritik
, Spielfilme
von Marte Cormann am 06.04.07

"Ich habe mir extra früher frei genommen, um den Film zu sehen. Dann werde ich den Ton lauter stellen und in einem Rausch aus Blut und Gewalt versinken. Echt geil, der Film." Mit diesen Worten empfing uns (mein Mann, mein Sohn und ich) der Kartenabreißer am Empfang. Und er hielt Wort. Kaum war der letzte Ton der Werbung verklungen, zog er mit einem ganzen Trupp an Freunden in den gut besuchten Kinosaal ein. Und den Ton hatte er auch lauter gestellt.
Entsprechend vorgewarnt hielt ich die folgenden 117 Minuten gewappnet durch. Obwohl Blut-fließt-im-Übermaß-Filme eher nicht zu meinem bevorzugten Genre zählen. Der Film hielt, was der Kartenabreißer versprach. "300" gleicht einer rauschhaften Orgie aus Blut, Schweiß und nacktem Fleisch. Monster in Hülle und Fülle bevölkern die Leinwand, eins grausiger als das andere. Der Perserkönig wird als schwuler und grausamer Riese dargestellt.
In der Schlacht werden schöne Jünglinge sauber enthauptet. Abgetrennte Arme und Beine segeln durch die Lüfte. Entseelte Menschenleiber werden zu Schutzwällen aufeinander gestapelt.
Filmisch interessant sind Verknüpung und Wechsel von Realfilm und Computeranimation. Treffen Gute und Böse aufeinander, ist der Film farblich zweigeteilt in Grau und Weiß. Die einzige Liebesszene, ein hingebungsvoller Akt, ist in schwarz-grau-weiß gefilmt.
"300" ist ein filmisches Spektakel nicht ohne Reiz. Wer sich darauf einlässt, wird sein Vergnügen finden. Mich hat es durchaus beeindruckt. Mein Sohn fand es "einfach nur geil! Das wird mein Lieblingsfilm." Mein Mann meinte schlicht: "So ein Quatsch!"
In diesem Sinne - frohe Ostern :-)!
Zum Film:
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Zack Snyder, Kurt Johnstad
Schauspieler: Gerard Butler, Vincent Regan, Lena Headey, David Wenham, Michael Fassbender, u.a.
Der Inhalt
"300" ist die unerbittliche Filmversion der historischen Schlacht an den Thermopylen: Im antiken Griechenland starb König Leonidas (Gerard Butler) mit 300 Spartanern im Kampf gegen Xerxes und sein gigantisches persisches Heer. Ihr Mut und ihre Opferbereitschaft angesichts der ausweglosen Situation inspirierte die griechischen Stämme zum Bündnis gegen die Perser - so entstand eine Urzelle der Demokratie.
"300" beruft sich auf den gleichnamigen Comic-Roman von "Sin City"-Autor Frank Miller. In seinem Abenteuerepos geht es um Leidenschaft, Mut, Freiheitsdrang und Opferbereitschaft - verkörpert durch die Spartaner, die sich hier in einer der berühmtesten Schlachten der Geschichte bewährten. Unter der Regie von Co-Autor Zack Snyder ("Dawn of the Dead") kombiniert die Verfilmung von Millers berühmtem Comic-Roman real gefilmte Handlungselemente mit virtuellen Szenerien, die dem antiken Zeitgemälde eine unverwechselbare Optik verleihen.
(Text Filminhalt: Warner bros.)
Permalink: 300
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Wong
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